Kurs Körpersprache und Bodenarbeit

Zwei Wesen – eine Sprache und der Dialog ohne Worte

Inhalt

Körpersprache ist unsere Muttersprache  und auch die unserer Pferde.

Schon als kleines Baby kommunizieren wir über unseren Körper mit der Umwelt, das gesprochenen Wort hingegen müssen wir erst erst lernen, wie eine neue Spache.  Wir tun das als kleines Kind mit unermüdlichem Zuhören und viel Üben. Und auch unsere Pferde können die Bedeutung einzelner Wörter („Steh“ oder „Teeerrab“) lernen, wie eine Fremdsprache.

Aber unsere gemeinsame Wurzel ist die Körpersprache: Ganz von allein und oft unbemerkt läuft  der Dialog in Muttersprache zwischen uns und dem Pferd. Von Körper zu Körper, in Sekundenschnelle und sehr einflussreich.

Besonders wichtig ist dabei unser Status, der sich über die Körpersprache vermittelt. Pferde lieben beim Menschen einen hohen und souveränen Status, der Ihnen Sicherheit und Orientierung verspricht, so dass sie sich anvertrauen und entspannen können. Ein tiefer Status hingehen wird meist nicht recht respektiert und schlimmstenfalls in Stresssituationen als hinderliche Zusatzbedrohung („Klotz am Strick“) empfunden. Wir können also schon wichtige, richtungsweisende Botschaften an das Pferd senden, ohne dass wir dafür viel „Technisches“ tun müssen. 

An den Status ist die „Körpersprache der Dinge“ geknüpft, so dass wir uns im Kurs auch mit dem richtigen Umgang mit Strick und Gerte beschäftigen. Und mit der Bedeutung von Raum und Territorium. Der höhere Status verfügt über Raum und darf Räume zuteilen und das beanspruchen wir bei der Arbeit mit Pferd in der Regel für uns. Dabei ist es wichtig auch die Körpersprache der Pferde genau wahrzunehmen, damit wir in der Arbeit gezielt Entscheidungen treffen können.

Die verschiedenen Lektionen der Bodenarbeit dienen uns als Basis für den körpersprachlichen Dialog und werden so nebenbei auch erlernt und geübt. Ergänzt und intensiviert wird das Lernen durch die Videoaufnahme einzelner Sequenzen und die gemeinsame Auswertung im Videofeedback.

In diesem Kurs stehen die Körpersprache von Mensch und Pferd in der Bodenarbeit im Mittelpunkt und es werden viele Fragen rund um das Thema bearbeitet wie z.B.

  • Mit welcher (Körper-)Haltung begegne ich dem Pferd?
  • Wie kann ich das Pferd auf mich konzentrieren und es motivieren?
  • Wie ist mein Selbstbild im Vergleich zum Fremdbild, das andere von mir haben?
  • Welche körpersprachlichen Elemente sind bei der Arbeit mit dem Pferd hilfreich, welche hinderlich?
  • Welche Auswirkungen haben Raumverhalten, Präsenz und Position?
  • Wie erkenne ich, ob mein Pferd etwas nicht will oder nicht kann?
  • Welche typischen körperlichen Muster zeige ich (und was bewirken sie beim Gegenüber)?

     

    Voraussetzungen

    Die Pferde sollten mindestens 3 Jahre alt und normal zu händeln sein, brauchen ansonsten aber keine besonderen Vorerfahrungen. Die Menschen sollten bereit sein, sich in einen persönlichen Lernprozess zu begeben und persönliches Feedback zu nehmen und zu geben.

    Hengste können nicht teilnehmen und für Problempferde eignet sich dieser Kurs nur bedingt und nach vorheriger Absprache!

Ablauf

Der Kurs geht über 2 Tage
Samstag 10:00 h bis 17:00 h
Sonntag 9:00 h bis 16:00 h
Pause ca. 13:00 h bis 14:00 h

Wir starten am Samstagmorgen mit einer Vorstellungsrunde. Anschließend klären wir Eure individuellen Ziele und machen ein wenig vorbereitende Theorie. Dann wird mit den Pferden in Gruppen jeweils vormittags und nachmittags praktisch gearbeitet.

Sonntagmorgen beginnen wir mit der Videoanalyse des Materials von Samstag und gehen danach wieder in Gruppen in die praktische Arbeit. Mittags essen wir gemeinsam.

Preise

Aktive Teilnehmer € 265,00
Zuschauer pro Tag € 35,00
zzgl. Nebenkosten

Termine und Anmelden

Sieg oder Niederlage?
Bei Unsicherheit zieht sich unser Körper zusammen (beugeraktivierter Haltung), bei Sicherheit dehnt er sich aus (aktive Strecker). Beuger aktivieren Angst, Strecker Selbstbewusstsein.

Wie sehr wirkt unsere Körperhaltung auf unsere Gefühlswelt?
Um das messbar zu machen, wurde die Veränderung des Hormonhaushaltes von Probanden untersucht. Eine Gruppe nahm klassische Verliererhaltungen ein (niedergeschlagen, unterlegen und unsicher). Die zweite Gruppe nahm sogenannte Gewinnerposen ein, Haltungen voller Kraft, Selbstbewusstsein und Überlegenheit.

Der Hormonhaushalt beider Gruppen veränderte sich drastisch: Das Stresshormon Cortisol stieg bei den „Verlierern“ um 15 % und sank bei den „Gewinnern“ um 20 %. Beim Testosteron, das uns kräftigt und ein Überlegenheitsgefühl gibt, war es umgekehrt (bei den „Verlierern“ minus 10 % , bei den „Gewinnern“ plus 20 %). Erstaunlich war, das bereits nach 2 Minuten in der jeweiligen Pose die Veränderungen deutlich waren.
Quelle: Amy Cuddy, Dana Carney, Berkeley-Universitiy, USA