Erfolgreich führen zwischen Respekt und Vertrauen

Führung bedeutet, eine gute Balance zu finden zwischen Distanz und Nähe, Autorität und Kooperation, Entschlossenheit und Besonnenheit, Sensibilität und Durchsetzungsvermögen.

In den Familienverbänden und Herden der Pferde ist das Zusammenleben hierarchisch strukturiert und jedes einzelne Tier hat ein sehr feines Gespür für Dominanz und Führung in der Gruppe. Die Anerkennung als Führungskraft entsteht bei Pferden aufgrund der Führungspersönlichkeit des Alpha-Tieres und nicht durch vorgegebene oder förmliche Höherstellung in einer Hierarchie. Auch Größe, Kraft oder Geschlecht spielen nur eine untergeordnete Rolle.

In einer Pferdeherde führen „natürliche“ Chefs ihre Herdenmitglieder mit wenig körperlichem Einsatz. Die Leitstute(n) und der Leithengst teilen sich diese Arbeit, nachdem sie sich durch Souveränität, Wohlwollen, Konsequenz, Lebenserfahrung, sozialen Einsatz, Intelligenz und Präsenz als geeignet für die Führungsaufgabe erwiesen haben. Alle übrigen Pferde in der Herde akzeptieren die Leittiere so lange in ihrer Führungsrolle, wie diese Führungsstärke spürbar ist.

Pferde und die meisten Menschen schätzen eine gute Führung. Sie bekommen dadurch Sicherheit, Verantwortung kann geteilt und Energie eingespart werden. Führung fühlt sich gut, wenn sie klar und wertschätzend ist, stark und einfühlsam. Hier lassen Pferde keinen Spielraum für verbale „Psycho-Spielchen“, Schönfärberei und nachträgliche Umdeutungen.

Führungsverhalten reflektieren

Es gibt viele Wege zum Ziel und erfolgreiche Führungsstile sind individuell und im optimalen Fall sowohl aufgaben- als auch beziehungsorientiert.

Wir unterrichten keine Führungstheorie, keine Methoden und Tools. Denn das Problem ist in der Regel nicht die Theorie, sondern ihre Umsetzung in die Praxis. Und genau darum geht es in den Seminaren: Mit den Pferden muss praktischer, echter Führungsalltag gestaltet werden. So kann praktisch erforscht, gelernt und ausprobiert werden.

In einer kleinen Gruppe wird der persönlichen Standort bestimmt und das individuelle Führungs- und Entscheidungsverhalten beleuchtet: Wie bin/wirke ich als Chef? Was möchte ich verändern, welche Potentiale ausbauen?

Wenn Sie mit den Pferden in Kontakt treten, dann verhalten Sie sich, ob bewusst oder unbewusst. Sie strahlen etwas aus und haben eine Wirkung. Die Pferde reagieren darauf sehr unmittelbar und verhelfen uns so zu interessanten Erkenntnissen.

Im Fokus stehen die Kernbereiche gelungener Führung:

Persönliche Haltung

  • Lernbereitschaft und Kritikfähigkeit
  • Umgang mit Unsicherheit, Leistungsdruck und Erwartungen
  • Wahrnehmung und Intuition
  • Glaubenssätze, Denkmuster, Bewusstheit

Führungsstil

  • Umgang mit Grenzüberschreitungen und Widerständen
  • Balance zwischen Macht und Verantwortung
  • Entscheidungen treffen und richtig Delegieren
  • Zielorientierte Führung etablieren, Leistung einfordern

Kommunikation

  • Authentizität und Glaubwürdigkeit
  • Herstellen von Respekt und Vertrauen
  • Abgleich Selbstbild-Fremdbild
  • Präsenz und Eindeutigkeit

Motivation

  • Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit
  • Umgang mit unterschiedlichen Charakteren
  • Souveränität und Ausdauer
  • Kreativität und Flexibilität