Hintergrund
"Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, sind Winzigkeiten im Vergleich zu dem, was in uns liegt." (Oliver Wendell)

Persönlichkeitsentwicklung mit Pferden

In den vielen Jahren, in denen ich Pferde und ihre Menschen begleiten durfte, wurde mir eines klar: Entwicklung war nur dann erfolgreich und nachhaltig, wenn sich etwas im Inneren des Menschen veränderte. Technik und Strategie spielten im Vergleich dazu eine nur untergeordnete Rolle.

So entwickelte sich meine Abreit immer mehr dahin, unter die Oberfläche zu schauen und intensiver mit den Themen zu arbeiten, die Menschen daran hindern, ihre Ziele zu erreichen.

Zum Beispiel bei Ina. Sie lässt sich von ihrem Pferd herumschubsen, Robbis Kopf knallt schon mal gegen ihren und wenn er sich umdreht, schiebt er sie einfach aus dem Weg. Ähnliches passiert in Inas Berufsalltag. Da kommt ein Kollege noch kurz vor Feierabend: „Das muss unbedingt heute noch erledigt werden, könntest Du...?“. Und obwohl Ina am Abend eine Verabredung hat, schafft sie es einfach nicht, „Nein“ zu sagen.

Was steckt dahinter? Ein ungelöster Konflikt, der verhindert, dass Ina klar und authentisch „Nein“ sagen kann, weil ihr die innere Überzeugung fehlt, um wirksam Grenzen zu setzen.

Und bei Lea? Ihr Pferd ist nicht zäh und unmotiviert, weil es keine Lust zum Arbeiten hat, sondern weil Lea einen großen Perfektionsanspruch in sich trägt, der jede Lernsituation zum Stress werden lässt. Und fragten wir Leas Bruder, so würde er sagen: „Privat und beruflich erlaubt Lea es sich nicht, Dinge mal nur ‚gut‘ zu erledigen oder Fünfe gerade sein zu lassen. Das ist oft anstrengend für sie und die anderen.“

Das Pferd von Hannes vertraut ihm nicht. Allerdings nicht, weil es so ängstlich ist. Hannes fehlt das Vertrauen zu sich selbst und der Situation. Beides bräuchte er, um seinem Pferd das Gefühl von Schutz und Sicherheit zu geben. Und auch in der Beziehung zu seiner Freundin plagen Hannes häufig Zweifel und Ängste.

Wenn Ina ihren inneren Konflikt auflöst, wird sie mehr Freiheit für sich gewinnen. Wenn Hannes lernt, Vertrauen zu entwickeln, dann wird er gelassener und (selbst)sicherer. Und wenn Lea ihre inneren Antreiber wahrnehmen und steuern lernt, wird sie mehr Leichtigkeit und Lebensfreude ernten.

Und auch viele Pferdebesitzer kommen zu uns, weil sie in Endlos-Schleifen mit ihren Pferden stecken bleiben und nicht weiter kommen. Nicht weil ihnen die Technik fehlt, sondern innere Kompetenzen zur wirksamen Umsetzung.

Es geht darum, das Wissen über die Schnittmenge von Menschen- und Pferdepsyche in die Arbeit zu integrieren und sinnvoll zu nutzen. Solche Prozesse können ganz unterschiedliche Themen haben und wir bieten Dir dazu fünf verschiedene Seminare an.